Fibromyalgie-Schub: “Und es wurde Schmerz..”

Eigentlich ist er immer da – der Schmerz. Unterschwellig, heimtückisch – manchmal hoch auflodernd! Ein ständiger Begleiter. Fast jeden Tag. Schon morgens beim Aufwachen weiß ich – heute wird kein schöner Tag. 

Fibromyalgie-Schub. Waas?!

Ein Schub kann man auch als “das Kommen und Gehen der Beschwerden” bezeichnen. Wenn du dich am Anfang deiner Fibromyalgie befindest, wirst du diese Fibromyalgie-Schübe besser erkennen können, da nach dem Schub eine deutlich beschwerdefreie Zeit eintritt. Später jedoch kommen noch mehr Symptome wie extreme Müdigkeit und Erschöpfung dazu. Unter diesen kannst du auch leiden, wenn du keine großen Schmerzen hast.

Ein Fibromyalgie-Schub beginnt meist mit einem starken allgemeinen Krankheitsgefühl. Aber anstatt das die Symptome wieder gemeinsam abklingen, wie bei einer Grippe, steigern sie sich über mehrere Tage oder sogar Wochen. Erst nach einer längeren Zeit klingen die Beschwerden allmählich ab und der Schub endet.

Das ist eine grobe Beschreibung für das was bei einem Fibromyalgie-Schub passiert. Wie ist das nun bei dir und mir?

Am Morgen sind alle Katzen grau..

Morgens ist es am schlimmsten. Man hat das Gefühl das einfach alles schmerzt – Beine, Rücken, Nacken, Arme, Schultern. Kennst Du das?

Meistens will ich an so einem Tag einfach nur liegen bleiben. “Ach lasst mich doch einfach in Ruhe. Ich will nicht mehr.”

Aber dann quäle ich mich trotzdem aus dem Bett. Hilft ja nichts liegen zu bleiben. Wird auch nicht besser.. Oder? Ich versuche meine Muskeln und Sehnen etwas zu bewegen und damit zu aktivieren. Leichte Übungen helfen mir dabei. Das Schwierigste ist, mich aufzuraffen. Trotzdem – es bleibt dabei: Ein wenig Bewegung, die Hunde füttern oder ein kurzer Spaziergang wirken Wunder. Ja ich weiß..

Aber es ist manchmal so unglaublich schwer den Anfang zu machen. Es kostet mich sehr viel Überwindung. Wie ist das bei Dir?

Wenn der Fibromyalgie-Schub dich einmal im Griff hat, lässt er so schnell nicht mehr los.

Das Leben geht weiter. Der Tag hat ja schon angefangen.. Und ich hinke schon wieder hinterher. Unsere Herausforderung als Fibromyalgie-Patient – einen “normalen” Alltag zu leben, ist fast unmöglich wenn wir einen Schub haben.

Das wiederum affektiert unsere Psyche und unsere soziales Umfeld. Familie, Arbeit, Ehepartner, Freunde– alle leiden mit, wenn wir Schmerzen haben! Ein Teufelskreis.

Licht am Ende des Tunnels..

Aber es gibt Hoffnung. Wo? Als erstes versuche ich meine Einstellung neu einzunorden

Erstens: Ich habe jetzt einen Fibro-Schub. Punkt. Wenn ich das akzeptiere und meinem Umfeld vermittel, ist die Basis dafür gelegt, das es mir bald besser geht.

“Es geht mir leider heute ziemlich schlecht. Ich habe einen Fibromyalgie-Schub. ” – Das hilft Dir und deinem Partner, Familie oder Freunden damit besser umzugehen. Oft sieht man es uns ja gar nicht so sehr an.

Und dann mach langsam. Aber mach was. Irgendwas was dir Freude macht. Und dann vielleicht kleine Einheiten Arbeit oder Haushalt.. Und immer wieder ausgedehnte Pausen.

Du musst heute nicht mal “halbe Kraft voraus”. Immer schön langsam… Du machst das sehr gut so. 

Jeder der schon mal einen Fibromyalgie-Schub hatte, steht hinter Dir und weiß was Du gerade durchmachst und wäre stolz auf dich, wenn er sehen könnte wie Du die Stellung hältst.

Und versuche trotzdem zu genießen.. Eine leckere Tasse Tee oder Kakao. Oder was magst Du in solchen Momenten? Langsam – einen Schritt nach dem anderen.

Heute sind wir halt im Schildkröten-Modus. Aber das macht nichts..

Hauptsache du bleibst nicht stehen und verlierst nicht deinen Mut. Es geht immer weiter. Und morgen ist ein neuer Tag!

Wie siehst Du das? Was machst Du wenn Du wieder einen Schub hast? Hast Du vielleicht sogar einen Tipp für mich?

Was kann ich tun, damit ich weniger Schmerzen habe und mein Leben heute etwas schöner wird? Hier findest du die 5 besten Anti-Fibromyalgie-Schmerz Tipps!

Es gibt viele Möglichkeiten besser mit dem Schmerz umzugehen – wir müssen sie nur entdecken und anwenden.

Deine Stefanie

10 thoughts on “Fibromyalgie-Schub: “Und es wurde Schmerz..””

  1. Das klingt immer so einfach; habe es seit 2018 (manchmal glaube ich
    man hat sich geirrt?!!) und wenn wieder mal ein Schub kommt, sind
    aber auch andere Möglichkeiten des Schmerzes da und dann bin ich
    wieder mal verunsichert. Z.B. jetzt nach einem Spinnenstich hat
    mir der Hautarzt gleich ohne zu untersuchen Antibiotika verordnet,
    obwohl ich sag
    daß ich dieses AB vor zwei Jahren schon nicht ver-
    tragen habe. Nehme es also nicht, Schmerzen in Handgelenk links
    und Knie sind höllisch und jetzt nach 2 Tagen schon wieder besser,
    Also Fazit wieder mal ein Schub. werde also jetzt hier öfters
    lesen.Liebe Grüsse Claire
    Bin 72 Jahre alt

    1. Hallo, mir geht es genau so, ich bin 73 Jahre alt und leide seit frühester Jugend an Fibro, später kamen noch Arthrose u.v.a. Beschwerden dazu. Ich weiß, wie Du Dich fühlst und schicke Dir liebe Grüße

  2. Ich hatte jetzt fuer 1woche einen boesen Schub,bin vor Schmerzen immer Nachts wach geworden ind dann aufgestanden.Hatte keinen Tag-Nacht Rhythmus mehr!Habe meine Arbeit dadurch verloren und weiss nicht,wie ich ueberhaupt noch regelmaessig arbeiten soll!Hat jemand einen Tipp?Habe noch andere Immunerkrankungen.Bi. jetzt 50Jahre alt und völlig am Ende!

  3. Steffie Schmiechen

    Hallo,
    ich habe diese Seite erst jetzt entdeckt. Danke.
    Mir fällt es noch immer schwer zu akzeptieren, dass ich nicht mehr so kann wie ich möchte. Schmerz….den kenne ich schon Dreiviertel meines Lebens. Mit 17 fingen meine Dauerkopfschmerzen an. Tägliche Kopfschmerzen tagein – tagaus. Dazu kommt eine mittelgradige Migräne. 2-4 mal im Monat liege ich deshalb flach mit Übelkeit und Erbrechen. Ende der 90ziger kam dann noch ein HWS und LWS Syndrom dazu. Als chronisches Schmerzsyndrom festgelegt. 2004 sprach man mit mir erstmals über Fibro. Weil sich mein Körper immer wieder anfühlte als sei ich im Ganzkörpermuskelkater und zwar häufig so heftig, dass ich dachte…sterben wäre jetzt wohl besser”! 2011 wurde dann Fibro auch fest diagnostiziert. Bis dahin musste ich allerdings so manchen Spott bei Ärzten über mich ergehen lassen. Darunter hat auch die Psyche ordentlich gelitten. 2018 musste ich dann aus gesundheitlichen Gründen meinen Beruf nach über 20 Jahren aufgeben. Solange habe ich mich durchgekämpft. Mittlerweile läuft ein Antrag EMR. Nicht leicht für mich dies zu akzeptieren, vor allem, weil ich nicht weiß, ob die Gutachtertermine, die noch anstehen gut verlaufen werden. Alleine dieser schwebene Zustand und das (Nicht-)wissen wie es weitergeht, denn derzeit bin ich ohne Einkommen, lässt mich aus meinem Schmerz so gut wie gar nicht rauskommen. Wirkliche Ruhephasen, wo Schmerz kaum spürbar ist, belaufen sich auf 3-6 Tage im Monat. Da hat man keine Lust mehr.
    Und doch versuche ich mich täglich aufzuraffen und irgendwelche Kleinigkeiten zu erledigen. Kleine Sportübungen, manchmal nur 5 Minuten…, aber wenigstens Etwas…..man freut sich ja schon über kleine Dinge.

    Liebe Grüße Steffie (49)

    1. Hallo Steffie, erst einmal HUT AB, dass du dich nicht unterkriegen lässt. Genau diese kleinen täglichen Übungen machen es aus. Wir werden nie Sport-Weltmeister und das müssen wir auch nicht. Aber jeden Tag den Körper etwas bewegen…das ist genau richtig. Trotzdem kann ich sehr gut nachvollziehen, dass du keine Lust mehr hast. Es geht uns allen hier so. Auch das Gefühl für dumm erklärt zu werden, kenne ich nur zu gut. Aber du bist nicht allein…wir hoffen, dass wir dir hier als Community etwas Hoffnung geben können. 🙂 LG Stefanie

    2. Melanie Raczynski

      Hallo Steffie, Ohh man ich kann dich soooo gut verstehen . Mir geht es gerade nicht anders. Es hilft nur nichts , wir müssen da wohl durch . Viele Dinge zu akzeptieren fällt mir sehr schwer . Tipp von mir : schaff dir ein Hund an dann musst du , ob du willst oder nicht 😉🐶. Mir hilft es sehr ! LG Melly 38j.

      1. Hallo Melanie. Danke dir 🙂 Ich hab tatsächlich 3 Hunde!!! Sie sind mein ein und alles. Liebe Grüße dir. Stefanie

  4. Habe die Seite eben erst entdeckt! Echt super!
    Ich bin heute morgen auch in einen Schub erwacht 🙁 die Arbeit lenkt mich ab. Es ist nicht leicht, ich arbeite in der Pflege aber sie hilft mir auch! Zu sehen wie es meinen Omis und Opis mit ihren Krankheiten geht, wie sie das meistern und wie dankbar sie sind gibt mir Kraft!
    Am Mittag habe ich dann meinen 7 jährigen Sohn (bin alleinerziehend) und er scheint zu spüren wenn es mit nicht gut geht und ist dann noch hilfsbereiter und zuvorkommender wie so schon 🙂
    Aber jetzt wo ich zur Ruhe komme und keine Ablenkung mehr da ist weis ich nicht mal wir ich es unter die Dusche schaffen soll…
    Naja, Kopf in Sand stecken ist nicht! Es gibt immer was wofür es zu kämpfen Lohn!
    Macht weiter, seit stolz auf euch und genießt jeden schönen Moment.
    Liebe Grüße

  5. Heike Ballwanz

    Jeden Tag und Nacht diese Schmerzen zu ertragen, ist sehr schwer. Von Ärzten nicht ernst genommen werden, noch schlimmer. Ich frage mich jeden Abend, wie hast du diesen Tag wieder geschafft? Wenn man merkt, vieles nicht mehr machen zu können, nicht einfach, das zu akzeptieren. …Passt auf euch auf. LG Heike.

  6. Hallo, ich kann deine Schmerzen nachempfinden, dennir geht es genau so! Es ist gerade 2.23 in der Nacht und ich kann vor Schmerzen nicht einschlafen. Jeden Tag, besonders schlimm ist es morgens, diese schlimmen Schmerzen am ganzen Körper, wie Muskelkater nur noch brennender! Oft denke ich auch, wo soll das noch hinführen, denn es wird schleichend immer schlimmer!
    Nach langem Kampf bekomme ich nun schon seit einigen Jahren eine Erwerbsminderunsrente. Bewegung soll helfen: ein frommer Wunsch! Nach einigen Minuten Bewegung bin ich schon völlig erschöpft! Manchmal gibt es kurze Phasen in denen die Schmerzen halbwegs erträglich sind! Dann kann ich kurz durchatmen und etwas schönes unternehmen! Aber immer nur kurz! 1- 2 Stunden, mehr schaffe ich nicht! Ich habe große Bedenken, wie das wohl enden wird! Aber die Hoffnung soll ja bekanntlich zuletzt sterben! In diesem Sinne wünsche ich dir alles Gute!

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