FIBROMYALGIE UND PARTNERSCHAFT – Die 5 besten Tipps für dein Liebesleben

Viele wünschen sich eine gute Partnerschaft und Ehe. Das ist ein ganz natürlicher Wunsch. Unter normalen Umständen ist es schon mitunter gar nicht so leicht eine gute Partnerschaft zu führen, die lange hält und in der man glücklich ist.

Leidet ein Partner auch noch zusätzlich an einer chronischen Krankheit, wie Fibromyalgie, kann das Gleichgewicht zwischen Fibromyalgie und Partnerschaft sehr belastet sein.

Was für Problemsituationen können denn zwischen Fibromyalgie und Partnerschaft entstehen? Und was kann man dagegen tun? Lies hier weiter und erfahre 5 tolle Tipps…

3 Grundprobleme in der Partnerschaft durch Fibromyalgie

Überforderung

Bist du mit jemandem in einer Beziehung, der Fibromylagie hat, ist Überforderung quasi vorprogrammiert. Wir verstehen ja oftmals selber nicht was gerade wieder passiert, warum es uns heute so schlecht geht,… wie schwer ist es für denjenigen, der immer immer an unserer Seite ist, und versucht uns das Leben irgendwie zu vereinfachen, dass es uns besser geht. Über kurz oder lang geht das an die Substanz.

Frust im Bett

Wenn ich Schmerzen habe, dann möchte ich auf gar keinen Fall angefasst werden. Man hat aber auch ein schlechtes Gefühl seinem Partner gegenüber. Die Gefahr in eine Depression zu geraten ist enorm. Und natürlich leidet auch unser Partner sehr unter der unfreiwilligen Intim-Auszeit.

Nichtverständnis

…und das auf beiden Seiten. Ich kann nicht verstehen, warum mein Mann nicht versteht, dass das jetzt nicht geht. Das ich ihm wieder erklären muss, dass ich starke Schmerzen habe. Auf der anderen Seite versteht mein Mann nicht, warum wir dieses und jenes jetzt nicht machen können. Warum sich immer alles um meine Krankheit dreht.

Die Gefahr, dass man sich mit der Zeit auseinanderlebt ist enorm. Ich denke oft, meinem Mann würde es besser gehen, wenn er nicht mehr mit mir zusammen wäre. Dann könnte er ein freieres Leben führen und müsste nicht ständig Rücksicht auf mich nehmen. Mein Mann hat natürlich andere Grenzen als ich. Es ist sehr schwer, da die richtige Mitte zu finden. So dass jeder sich in seiner Rolle wohl fühlt, man genug Kraft hat, um die schlimmeren Momente zu ertragen und man die Momente genießt, die wunderbar sind.

Was kann denn helfen, Fibromyalgie und Partnerschaft so zu leben, dass beide dabei Glück und Erfüllung verspüren?

Nun…ich habe da natürlich auch kein Patentrezept. Ob und wie man seine Beziehung führt, hängt viel davon ab, ob wirklich BEIDE an ihren Themen arbeiten. Wenn sich einer von beiden weigert seinen Teil zu tun, wird das auf Dauer nicht gut gehen.

Mein Mann und ich sind inzwischen 14 Jahre zusammen. Wir hatten heftige Zeiten und mega tolle Zeiten. Wie haben wir es geschafft trotz meiner Fibromylagie so lange zusammen zu bleiben?

Hier sind meine 5 besten Tipps für DEIN Liebesleben, die uns helfen:

1. KOMMUNIKATION

Nehmt euch die Zeit REGELMÄßIG miteinander zu reden. Handy weg, Fernseher aus… Kerzen an, vielleicht etwas leckeres zum Essen oder trinken. Und dann redet einfach mal…meistens entwickelt sich so ein Gespräch von ganz allein. Von allgemeinen Themen bis hin zu wie man sich gerade fühlt, was man verändert haben möchte. JEDER darf sagen, was er denkt. Das Gespräch sollte nicht einseitig sein. Bei uns ist das zB nicht immer so easy. Mein Mann ist definitiv der kommunkativere in unserer Beziehung. Also muss er sich immer wieder zurücknehmen und mir zuhören und ich musste lernen zu reden. Nach solchen Abenden kommt man sich automatisch näher… 😉 Wo wir schon zum nächsten Thema kommen. Sex

2. SUCHT EUCH ALTERNATIVEN

Natürlich ist Sex nicht das Wichtigste in einer Beziehung….aber doch schon sehr wichtig. Es ist die Sahne auf der Torte. Leider kann man das nicht so genießen, wenn man gerade starke Fibromyalgie Schmerzen hat. Das heisst aber nicht, dass man deshalb keinen Sex mehr haben kann. Findet raus, was ihr beide mögt, was euch wichtig ist. Nehmt euch Zeit, macht mal langsam… Hauptsache ist ihr seid zusammen und lasst eure Körper aufeinander ein. Es gibt verschiedenste Möglichkeit sich gegenseitig zu erfreuen, auch wenn man Schmerzen hat. Das bedeutet aber auch, dass ihr offen über dieses Thema reden müsst.

3. SUCHT EUCH EIN GEMEINSAMES HOBBY

Gibt es irgendetwas das ihr gerne gemeinsam macht? Spazierengehen, Schwimmen, Malen, Musizieren, Reisen,… haltet daran fest. Nehmt euch die Zeit dafür diese Aktivitäten regelmäßig gemeinsam durchzuführen. Das stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Wann habt ihr das letzte Mal etwas zusammen gekocht oder ins Kino gegangen!? Und wenn es es etwas aktives für den Körper ist, dann wirkt sich das auch automatisch wieder positiv auf deine Schmerzen aus und schafft somit auch ein Gleichgewicht zwischen Fibromyalgie und Partnerschaft.

4. NEHMT RÜCKSICHT AUFEINANDER

Je mehr ich verstehe, was meinem Partner wichtig ist, desto mehr kann ich Rücksicht auf ihn, seine Gefühle und Wünsche nehmen. Die Situation an sich ist oftmals schon schwer genug. Was kann ich also machen um meinem Partner die Situation etwas zu erleichtern!? Und da können auch wir, die an Fibromyalgie leiden viel dazu beitragen…und wenn es nur Kleinigkeiten sind!

5. PASS AUF DASS DIE KRANKHEIT NICHT EUER LEBEN BEHERRSCHT

Das Leben dreht sich nicht nur um Fibromyalgie oder darum, dass ich krank bin. Fokussiere ich mich zu sehr auf dieses Thema, beherrscht es mich und damit auch meine Beziehung. Die Folge: DEPRESSIONEN. Keine Beziehung hält das lange durch, wenn man sich die ganze Zeit darum dreht, wie schlimm das Leben ist. Und das gilt für beide Parteien. Ihr müsste BEIDE anfangen POSITIV zu denken. Nur weil ich Fibromyalgie habe, ist mein Leben und unsere Beziehung nicht automatisch vorbei. Es gibt noch vieles schönes das man gemeinsam tun und genießen kann. So bringen wir Fibromyalgie und Partnerschaft in Einklang!

Das waren jetzt nur ein paar Tipps. Mein Mann und ich bekommen das auch oft nicht hin. Wir haben unsere Auf und Abs..wie jede Beziehung. Aber wir glauben daran, dass wir auch in Zukunft die besten Freunde bleiben und unsere Beziehung genießen können.

Was hat dir in deiner Beziehung geholfen?

Ich freue mich sehr über deine Tipps um weiter an meiner Fibromyalgie und Partnerschaft zu arbeiten

Deine Stefanie

6 thoughts on “FIBROMYALGIE UND PARTNERSCHAFT – Die 5 besten Tipps für dein Liebesleben”

  1. Hallo Stefanie,
    das sind sehr schöne Tipps. Ich mache bzw versuche es in der Art auch zu machen.
    Es sei noch gesagt, dass ich nicht selbst von Fibro betroffen bin, sondern meine Frau.
    Ich habe viel nach Foren gesucht in denen Partner von Bertoffenen sich austauschen können.
    Weißt du ob es sowas gibt?
    Ich wäre dankbar für eine positive Antwort.
    Gruß Dirk

    1. Hallo Dirk,
      danke dir für deine ehrlichen Worte. 🙂 Leider habe ich bisher auch noch nichts dazu gefunden. In meinem Fall ist es auch mein Mann, der in der gleichen Situation ist wie du. Mit einem chronisch kranken Menschen zusammenzuleben ist manchmal eine große Herausforderung. Mein Mann wird demnächst auch einen Artikel aus seiner Sicht der Dinge schreiben. Solltest du noch Infos finden, freue ich mich wenn du sie mit uns teilst.
      Liebe Grüße und dir und deiner Frau weiterhin viel Kraft in eurer Lebenssituation. Stefanie

  2. Hallo, ich bin Partner eine Fibromyalgie Betroffenen und möchte wissen, ob es zwischenzeitlich ein Forum gibt, wo sich Partner der Betroffenen austauschen können. Danke für jegliche Tipps.

  3. Hallo,
    hier findet man sehr viele gute Tipps!
    Ich würde behaupten das ich viele schon mit meiner Partnerin umsetze!
    In einer Partnerschaft muss man zusammen wachsen.
    Aber auch die Selbstliebe ist extrem wichtig in einer Beziehung oder bei der Suche einer Frau oder Mann!

    Vielen Dank für deinen Artikel

    Gruß Michael

  4. Hallo.
    Ich selbst bin nicht erkrankt, aber ich habe seit einem knappen Jahr eine Beziehung mit einem sehr tollen Mann, den die Krankheit seit ca. 3Jahren plagt.
    Von Anfang an wusste ich von seiner Krankheit und ich habe mich sehr oft mit ihm darüber unterhalten, mich belesen und informiert, und natürlich habe ich ihn nun auch oft in seinen schlechten Phasen erlebt.
    Es ist mir bis jetzt oft gelungen ihn etwas abzulenken, oder ich massiere ihn, wir gehen unserem gemeinsamen Hobby klettern nach, das er durch mich kennen gelernt hat. Wir harmonieren super, aber das Problem kommt mit seinen depressiven Verstimmungen und seine Selbstzweifel ob er mir gerecht wird, ob er mich zu sehr belastet und ob er mit mir “auf Familie machen kann” (ich habe 2 Kinder), ob er alles schaffen kann usw…

    Leider wohnen wir in verschiedenen Städten, er ist Pensionär und ich Angestellte. Wir schaffen es bislang 2-3 Wochen pro Monat jeweils 2-4 Tage zusammen zu verbringen. Wenn wir zusammen sind klappt alles super, er versteckt nichts, ich unterstütze ihn und zeige Verständnis, meine Kinder sind auch eingeweiht und sehr rücksichtsvoll. Sie finden ihn toll, er mag sie auch.

    Doch wenn er wieder bei sich ist beginnt sein Kopfkino, er fühlt sich überfordert und zweifelt wie und ob er eine Beziehung schaffen kann, weil er glaubt keine Kraft und “Lust” zu haben Verantwortung für meine Kinder zu geben. Das verlange ich nicht, war jahrelang alleinerziehend, aber für ihn gehört es dazu.
    So ergeben sich Zweifel seinerseits wie es eine Zukunft geben soll, wenn er keine gemeinsame Wohnung will (um uns nicht zu belasten und aus Angst mit der “Familie” überfordert zu sein, Kurzschlussreaktionen und Abwendung. 2 mal hat er aus Angst oder Überforderung, weil er sich so viel kaputt redet und schwarz malt, schon Schluss gemacht und sich nach 2 Wochen wieder gemeldet.
    Natürlich geht er zum Rehazentrum wegen der Therapien, Sauna usw, besucht alle 3 Wochen einen Psychologen und ist auch in ärztlicher Behandlung, aber durch die Coronazeit konnte er vieles davon nicht mehr machen. Wir haben das Wandern, Radfahren und Klettern als Alternative genommen, viel geredet, aber jetzt wo ich durch die Arbeit wieder weniger um ihn bin, zieht es ihn sehr runter, er igelt sich ein und verkriecht sich in seine eigene Welt, weil ich nicht mal schnell bei ihm sein kann. Es ist kompliziert, aber wir wollen uns nicht aufgeben, ich möchte auch mit der Krankheit an seiner Seite sein.

    Es schmerzt sehr, weil wir uns sehr lieben. aber seine Depressionen und das Grübeln, wenn er alleine bei sich ist, macht mir immer Angst dass er uns aufgibt, auch wenn er es nicht will. Immerwieder sagt er mir wie tolle es gewesen wäre, wenn wir uns früher begegnet wären.

    Ich suche Menschen, die mir helfen können, Tipps geben wie sie in der Partnerschaft miteinander umgehen oder wie sie sich verhalten, wenn der Partner einen Schub hat und alles schwarz zieht.

    Gruß Sirka

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