Sch├Ąmst Du dich weil Du krank bist? Ich habe mich oft gesch├Ąmt. Manchmal ertappe ich mich immer noch dabei.

Man muss sich nicht sch├Ąmen, weil man das Fibromyalgiesyndrom hat. Fange heute an dich Selbst zu Akzeptieren und dein Umfeld wird das gleiche tun. In diesem Artikel widme ich mich deshalb einem besonderen Thema in Bezug auf das Fibromyalgiesyndrom.

Das unsichtbare Monster in Dir

Eines der schlimmsten Dinge mit denen ich ├╝ber alle die Jahre und immer wieder k├Ąmpfen muss, ist die Nichtakzeptanz in meinem Umfeld. Kennst Du das? Oftmals sieht man uns auf den ersten Blick nicht an, dass wir FMS haben und chronisch krank sind. Gerade wenn man noch jung ist, wird man nicht verstanden. Denn mit diese Nichtakzeptanz wird man konfrontiert, wenn man:

  • pl├Âtzlich ausf├Ąllt
  • gewisse Dinge nicht mitmachen kann
  • regelm├Ą├čigen, ausreichenden Schlaf braucht usw.

Ich habe lange Zeit versucht zu vertuschen, dass ich das Fibromyalgiesyndrom┬áhabe und es mir eigentlich nicht gut geht. Ich wollte mir auf keinen Fall eine Bl├Â├če geben. Kennst du das?

Was habe ich alles gemacht, um nicht aufzufallen und blo├č gut da zu stehen?

  • Ich habe viele Schmerzmittel genommen,
  • nicht mehr auf meinen K├Ârper und meine Grenzen geh├Ârt,
  • alles gegessen und getrunken was ich wollte,
  • zu wenig geschlafen
  • ich habe versucht etwas zu sein, was ich nicht mehr bin

Fibromyalgiesyndrom und dessen Akzeptanz

Ich konnte nicht akzeptieren das ich FMS habe! Die Folge: Es ging rapide bergab mit mir und meinem K├Ârper. Ich habe meinen K├Ârper zus├Ątzlich so extrem belastet und vergiftet, dass alles hinterher noch schlimmer war als vorher. Die Aufbauarbeit hat dementsprechend lange gedauert.

Informationssammlung und eindeutige Diagnosestellung von FSM

Das erste Mal habe ich so richtig von FMS geh├Ârt, als ich 2005 in S├╝damerika war. Mein K├Ârper kam in dieser Zeit etwas zur Ruhe. Ich musste mal eine ganze Zeit lang nicht arbeiten und dachte, dass allein w├╝rde schon helfen. Aber mein K├Ârper kam mit der Ruhe erst einmal gar nicht klar. Im Gegenteil, es ging mir sehr sehr schlecht. Eine Freundin meinte, ich k├Ânnte vielleicht das Fibromyalgiesyndrom┬áhaben. Mit diesem Verdacht, ging ich gezielt auf die Suche. Zur├╝ck in Deutschland ging es direkt zum Arzt. Und was sagt der mir? Ich soll Psychopharmaka schlucken. Ich war verzweifelt, denn das habe ich┬á ├╝berhaupt nicht verstanden.

Es ging ja nicht nur um meine Psyche, sondern vorrangig um meine Schmerzen und meine Schw├Ąche.

Zum Glück wurde ich nach langem hin und her in die Spezialklinik Neukirchen aufgenommen. Die Ärztin dort hat mich zum ersten Mal ernst genommen.

Die Zeit, in der ich mich, meinen K├Ârper und das Fibromyalgie Syndrom kennengelernt habe, hat mir sehr gut getan.

Aber akzeptieren zu lernen, dass man eine chronische Krankheit hat, f├Ąllt mir bis heute sehr schwer. Alle um mich herum in meinem Alter, mein Ehepartner eingeschlossen, konnten einfach ganz andere Sachen machen. Ihre t├Ąglichen ÔÇ×S├╝ndenÔÇť wurden nicht so schnell bestraft wie meine. Und das ist leider bis heute so.

Je ├älter ich werde, desto h├Ąrter werde ich f├╝r meine kleinen ÔÇ×Fibromyalgie-S├╝ndenÔÇť bestraft.

Welche sind das zum Beispiel?

  • unregelm├Ą├čige Schlafgewohnheiten
  • zu viel einseitige k├Ârperliche Belastung
  • Fastfood, Alkohol und zu viel S├╝├čes

Was kann mir und dir helfen aus diesem Kreislauf auszubrechen? Stark zu bleiben? Mich innerhalb meiner FMS-Grenzen zu bewegen?

Den Weg aus der Krise finden und weiterlaufen

Ja leider. Aber so ist es nun mal. Das muss ich leider lernen zu akzeptieren. Auch wenn das sehr schmerzhaft ist, weil das bedeutet, dass man viele Dinge nicht tun kann.

Ohne Akzeptanz ist keine wirkliche Besserung in Sicht!

Ich habe in meinem Leben schon viele Menschen kennengelernt, die mir ihr Leid geklagt haben: Sie haben Schmerzen, k├Ânnen nicht schlafen, ihnen fehlt die Energie, sie leiden unter Hautausschl├Ągen und Magenproblemen – um nur einige Probleme zu nennen┬á Nat├╝rlich haben sie nicht automatisch das Fibromyalgiesyndrom. Aber zweifelslos stimmt etwas garantiert nicht. Sind sie jedoch bereit dem Problem auf dem Grund zu gehen und aktiv zu werden?┬áMeist ist das nicht der Fall und mit einem Mal ist alles nur noch halb so schlimm.

ÔÇ×Ich soll etwas ├Ąndern in meinem Leben? Nein, das m├Âchte ich nicht. Ich m├Âchte in meiner Komfortzone bleiben. Ich bin nicht nicht krank. Und ich habe keine Lust mich damit auseinander zu setzen!ÔÇť Aber auf Dauer gesehen, wird sich diese Einstellung fatal auf den K├Ârper und Geist auswirken.

Wir m├╝ssen auf die Zeichen h├Âren, die der K├Ârper uns gibt. Das sind:

  • Schmerzen,
  • Schw├Ąche,
  • Depressionen

Akzeptierst du aber, dass du krank bist, wirst du immer sensibler f├╝r die kleinen Zeichen, die dir dein K├Ârper gibt.

Du findest deine Form damit umzugehen und zu leben!!! Und mit der Zeit wird dein K├Ârper st├Ąrker und du kannst dann zwischendurch auch mal ÔÇ×s├╝ndigenÔÇť ohne das du gleich wieder einen Fibromyalgie-Schub bekommst.

Wir nehmen unserem K├Ârper die Angst, vor dem n├Ąchsten Schmerzschub. Unserer Psyche geht es besser. Wir gehen mit der Zeit immer lockerer damit um. Was nicht hei├čt, dass sich die tiefen Abgr├╝nde wieder ├Âffnen k├Ânnen, wenn wir┬á starke Fibromyalgie – Schmerzen haben. Lies mehr in meinem Artikel „Einsamkeit durch Fibromyalgie: Alleine k├Ąmpfen gegen chronische Schmerzen„.

Das Einbeziehen unseres Umfeldes in unsere Krankheit

Ich st├Ąrke mein Nervensystem, wenn┬áf├╝r mich pers├Ânlich ganz klar ist: “ Ja, ich habe das Fibromyalgiesyndrom!“

Wenn das Umfeld Nichts wei├č

Es gibt aber noch einen zweiten wichtigen Grund. Ich habe zu Anfang das Problem mit der Nichtakzeptanz meines Umfelds angesprochen. Bekannte und Freunde geben einen Antworten, wie:

  • ÔÇ×Ich hoffe, du wirst bald wieder gesund!ÔÇť
  • ÔÇ×Ach, vielleicht brauchst du einfach mehr Ruhe!ÔÇť
  • ÔÇ×Geh mal zu dem und dem Arzt, der hilft dir!ÔÇť

Hast du solche oder ├Ąhnliche Spr├╝che auch schon oft geh├Ârt? Wenn mir jemand so bl├Âde S├Ątze ins Gesicht sagt, k├Ânnte ich echt platzen. Teilweise verletzen sie mich tief und st├╝rzen mich in Depressionen.

Aber im Grunde bin ich mit daran Schuld! Warum? Weil┬áich ja nicht will, dass derjenige wei├č wie es mir wirklich geht. Woher soll er dann wissen, dass er mich mit solchen Spr├╝chen verletzt!?

Wenn unser Umfeld Alles wei├č

Es f├Ąllt einem leichter, die Dinge laut auszusprechen.

Man muss sich nicht sch├Ąmen, weil man das Fibromyalgiesyndrom hat.

Im Gegenteil: Versteht unser Umfeld erst einmal was wir durchmachen, ├╝berlegen sie es sich vielleicht zweimal, was sie uns sagen. Und wir k├Ânnen viel selbstbewusster damit umgehen, wenn doch mal jemand etwas Undurchdachtes von sich gibt.

Fibromyalgiesyndrom: Unser gemeinsames Ziel!

Unser gemeinsames Ziel ist: bewusster Leben und Genie├čen mit FMS!

Fassen wir nochmal zusammen!

 

  • 1. Schritt: Mach dich mit deiner Krankheit vertraut
  • 2. Schritt: Lerne deine Krankheit zu akzeptieren
  • 3. Schritt: Werde aktiv und suche neue Wege
  • 4. Schritt: Bezieh dein Umfeld mit ein

 

Mit diesen Schritten kommen wir alle unserem Ziel n├Ąher! Wie gehst du damit um? Was hast du schon f├╝r Erfahrungen gemacht?

Ich freue mich auf deine Kommentare. ­čÖé

Deine,

Stefanie